Was sind die Sperrnächte?

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Seit der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. September wurden die Tage immer kürzer. Somit liegen die dunkelsten Tage des Jahres vor uns – die sogenannten Sperrnächte, die daher auch Dunkelnächte genannt werden. Die besondere Zeit „zwischen den Jahren“ (Rauhnächte) sind mittlerweile bei vielen Menschen bekannt, doch die Sperrnächte sind weniger geläufig.

Zeitraum

Sie beginnen mit dem 08. Dezember und enden mit dem 20. Dezember – einen Tag vor der Wintersonnenwende (dem kürzesten Tag und der längsten Nacht des Jahres).

Jeder der 12 Nächte, die ab dem 08. auf 09. Dezember stattfinden, steht für einen Monat im vergangenen Jahr (die Nacht vom 08. auf den 09. für Januar, die Nacht vom 09. auf den 10. für Februar usw.). Vom 19. auf den 20. Dezember wird die letzte Sperrnacht mit dem Dezember abgeschlossen.

Eine Übersicht der einzelnen Sperrnächte

Ursprung und Namensherkunft der Sperrnächte

Überlieferungen zufolge kommt der Name „Sperrnächte“ daher, dass Bauern früher die Zeit nach dem Erntedankfest nutzten, um letzte Arbeiten vor dem Beginn der Rauhnächte zu erledigen. Man bereitete sich auf den Winter vor, indem man Haus und Hof winterfest gemacht hat: Das Aufräumen, Reparieren sowie „Wegsperren“ der landwirtschaftlichen Geräte.

Außerdem war den Menschen die lange Dunkelzeit unbehaglich. Das Wegsperren diente daher auch dazu, die Gerätschaften vor der „Wilden Jagd“ zu schützen, die in den Raunächten ihr Unwesen getrieben haben. Denn diese Zeit würde – so glaubte man – von dunklen Geistern beherrscht werden.

Die dunklen Tage des Jahres nutzen

Anders als früher sind wir es heutzutage gewohnt, jederzeit elektrisches Licht und nahezu jedes Lebensmittel das ganze Jahr über zur Verfügung zu haben. Wir leben längst nicht mehr mit dem Rhythmus der Natur, sondern führen stattdessen ein Fließband-Leben. Das kann unseren Körper, der permanent auf Leistung und Aktivität getrimmt ist, auch mal aus der Bahn werfen.

Wenn wir Menschen stattdessen mehr der Natur folgen, ist der Winter die Zeit, um zur Ruhe zu kommen. Denn sie lebt es uns vor: Sie zieht sich zurück und richtet ihre Energien nach innen. Mit den Sperrnächten werden wir zu diesem Ausruhen und Nachspüren des vergangenen Jahres eingeladen.

Die Bedeutung der Sperrnächte: Loslassen

Die Sperrnächte dienen als Vorbereitung auf die Rauhnächte. Sie kündigen den Neubeginn bereits an. Daher eignen sich die dunklen Tage und Nächte besonders gut, Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten. Es ist auch eine Zeit des Loslassens, um Raum für Neues zu schaffen. Altes darf einen Abschluss finden, gewertschätzt werden und ruhen.

Die Dunkelheit unterstützt uns dabei auch energetisch gesehen, in die Stille zu gehen. Wir werden eingeladen, uns mit dem auseinanderzusetzen, was wir nicht mit ins neue Jahr nehmen möchten. Diese Zeit eignet sich aber ebenso dazu, zu reflektieren, was wir für uns mitnehmen konnten.

3 inspirierende Rituale für die Sperrnächte

Die (Vor-)Weihnachtszeit bringt ohneviel viel Stress und Erwartungen mit sich. Daher ist es mir ein Herzensanliegen, mit den Sperrnächten nicht noch ein weiteres „To Do“ auf deine Liste zu packen, was zu noch mehr Druck führt. Das widerspricht der Grundintension dieser Zeit.

Die Natur ruht. Und mit ihr die Einladung an dich: Wenn du dich von diesen magischen Nächten angesprochen fühlst, kreiere einen für dich passenden Rahmen. Vielleicht möchtest du dir ganz bewusst 5 oder 10 Minuten pro Tag Zeit nehmen und lass dich von den nachfolgenden Ritualen inspirieren lassen:

Journaling

Vielleicht hast du Lust, dich mit einer Kerze an einen ungestörten Ort zu begeben und dich Nacht für Tag an den jeweiligen Monat zurückerinnern. Nimm dir ein schönes Journal und Stift und schreibe das, was in dir auftaucht, auf. Du kannst dich auch folgende Fragen inspirieren lassen:

  • Was kommt mir bei diesem Monat als erstes in den Sinn?
  • Welche Gefühle entstehen, wenn ich daran denke?
  • Welche Entscheidungen habe ich getroffen?
  • Wobei hatte ich Freude?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Woraus konnte ich etwas lernen?
  • Was möchte ich loslassen und nicht mit ins neue Jahr mitnehmen?
  • Was darf mit ins neue Jahr?

Wenn es für dich passend ist, kannst du auch einen ruhigen Platz in der Natur aufsuchen. Vielleicht gibt es einen Baum in einem nahegelegenen Wald oder im Park um die Ecke, der dich besonders anspricht.

Loslass-Ritual

Schreibe dir auf einen Zettel all das auf, was du (von dem jeweiligen Monat) loslassen möchtest. Übergib diese alten Überzeugungen und Anhaftungen dem Feuer – mit der Intension, es in lichtvolle Aspekte zu transformieren. Du kannst dir auch ein Räucherstäbchen anzünden oder mit Weihrauch oder Salbei räuchern.

Kerze anzünden

Zünde jeden Abend eine Kerze an und lasse dein Licht in der Dunkelheit leuchten. Wenn du möchtest, kannst du dir dabei auch Meditationsmusik an machen. Was taucht in dir auf, während du das Kerzenlicht betrachtest, das mit ihrer kleinen Flamme einen ganzen Raum erhellen kann?

Nutze die Sperrnächte, um dich mit dir selbst zu verbinden. Und loszulassen, was du nicht mit ins neue Jahr nehmen möchtest.

Und nimm dir aus meinen Inspirationen nur das mit, was Dir gut gut. Lass alles Andere liegen.

Letztendlich zählt die Intension!

Es geht nicht um das starre Festhalten an einem Ritual in diesen Tagen. Wenn du einfach mal nur 60 Sekunden hast, um ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen, während du an der Supermarkt-Kasse anstehst, ist das absolut richtig! Schaue, wie du für dich einen Rahmen kreieren kannst, der dich nährt und nicht zusätzlich unter Druck setzt.

Und vergiss nicht: Du kannst dabei nichts falsch machen. Das, was sich für dich richtig anfühlt, ist auch das passende. Denn wichtiger als das Ritual ansich ist deine Intension! Widme dich also lieber wenige Minuten bewusst einer Kleinigkeit als 20 Minuten halbherzig etwas „durchziehen“, nur dass du einen Haken dahinter setzen kannst.

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Derzeit sind einzelne Teile meiner Website im Umbau – daher bitte nicht wundern, wenn es sich hier und da etwas holprig liest.